Webbaukästen Ja / Nein?

Im Netz kursieren viele Kurzvergleichstests von Webbaukästen. Dafür googelt man am besten „Vergleich Webbaukasten“. Ein Kurzergebnis liefert z.B. https://www.netzsieger.de/k/homepage-baukaesten. Zum Einsatz von Webbaukästen wird geraten, wenn man selber seine eigene Webseite erstellen will. Die populärsten Webbaukästen, die ich im Einsatz kenne sind Wix, Jimdo und 1&1 MyWebsite.

Meine Kunden nutzen vor allem diese drei Anbieter. Wix ist eine große, internationale Firma, gegründet in Tel Aviv, mit Sitz in den USA. Jimdo und 1&1 MyWebsite haben beides deutsche Anbieter.

1&1 hat sich in den Anfangsjahren des Internets einen Namen gemacht, da sie konkurrenzlos niedrige Preise anboten. Deswegen sind bis heute Kunden von mir bei diesem Anbieter. Das mit den niedrigen Preisen hat sich heutzutage allerdings erledigt. 1&1 verlangt heute bei Neuverträgen Preise fürs Webhosting, die über denen von Domain Factory oder Host Europe liegen, zwei Anbietern, denen ich vor allem mein Vertrauen auf günstige Preise und gleichzeitige hoher technischer Qualität schenke.

Von Vorteil für einen Deutschen ist immer eine internationale Firma wie Wix oder eine deutsche Firma wie 1&1 oder Domain Factory oder Host Europe zu wählen, da in diesem Fall große Unterstützung für die Einhaltung von europäischer oder deutschsprachiger Gesetzgebung besteht. Gerade bei großen, hauptsächlich amerikanischen Anbietern, vermisst man dies häufig.

Über den Einsatz des Wix-Baukastens kann ich nicht viel berichten, da ich damit noch nicht selber gearbeitet habe. Ich habe vor allem mit Jimdo und 1&1 MyWebsite Webseiten für Kunden erstellt.

Warum ist es sinnvoll, dass ein Kunde einen Webdesigner beauftragt, eine Webseite mit einem Baukasten zu erstellen?

Dafür sprechen mehrere Punkte:

Nutzung von Feinheiten

  • Einmal ist ein vollausgebildeter Webdesigner in der Lage auch die Feinheiten der Einstellungen, die einen Anfänger verwirren, kompetent und sinnvoll zu nutzen. Mir fallen bei anderen, von Laien mit Webbaukästen erstellte Webseiten oft grundsätzliche Webdesign-Fehler auf. Einer der häufigsten ist, dass die Webseite ganz einfach schlecht aussieht, da der Laie keine Ahnung von den Grundlagen der grafischen Gestaltung besitzt. Weitere Fehler liegen in der grundsätzlichen SEO (Suchmaschinenoptimierung). Als Beispiel: Ein Verwandter von mir hat seine Kleintierartzpraxis auf den Begriff Vetdoc hin optimiert, da er ihn gerne verwendete. Seine Praxis wurde daher im Internet aber unter dem häufig verwendeten Suchbegriff „Tierarzt SeinWohnort“ daher überhaupt nicht angezeigt. Eine Anzeige erfolgte nur wenn man „Vetdoc Sein Wohnort“ bei Google als Suche eingab. Nur – wer sucht so im Internet einen Tierarzt seines Vertrauens?

Kosten für Erstellung der Webseite

  • Grundsätzlich ist ein Webdesigner in der Lage kostengünstig einem Kunden eine Webseite zu erstellen. Als konkretes Preisbeispiel möchte ich eine Webseite, für die ein Webdesigner circa 500,- bis 600,- € verlangen würde, nennen: https://www.prtvonblankoon.de . Für eine Webseite auf Basis von WordPress verlange ich Preise ab 1000,- €. Der Nachteil für den Kunden liegt darin, dasss der Webdesigner nicht so viel selber und frei gestalten kann, wie bei der WordPress-Seite. Wenn der Kunde aber nicht so konkrete Designwünsche hat, dann kann die Erstellung mit einem Webbaukasten eine günstige Alternative sein.

Kosten für Wartung der Webseite

  • Der dritte wichtige Punkt, den ich nennen möchte, ist der, dass eine WordPress-Webseite oder eine Typo3-Webseite oder eine Drupal-Webseite oder mit einem sonstigen CMS erstellte Webseite ständig gewartet werden muss. Für die Wartung einer WordPress-Webseite verlange ich pro Jahr um die 200,- €. Eine Jimdo- oder eine 1&1 MyWebsite muss nicht gewartet werden, sämtliche notwendigen Updates übernimmt der Anbieter. Daher fallen diese ständigen Bemühungen und damit Kosten weg.

Erstellung eines Onlineshops

  • Last not least kann man mit einem Webbaukasten auch kostengünstig kleine Shops, sagen wir mal mit bis zu 50 Produkten, erstellen. In diesem Preissegment kann das bis unschlagbar günstig realisiert werden. Wobei auch bei einem Shop die ersten drei Punkte, die ich bisher genannt habe, alle gelten. Nur sind hier die Konkurrenzprodukte, mit denen man die Shops vergleichen kann WooCommerce oder z.B. Shopware oder Magento oder eOxid. Für einen Shop ab circa 100 Produkten empfehle ich vor allem letztere Software.

Vergleich Jimdo und 1&1 MyWebsite

Zum Abschluss ein persönlicher Vergleich von mir und meinen Erfahrungen mit Jimdo und 1&1 MyWebsite. Ich persönlich arbeite am liebsten mit Jimdo, da ich finde, dass die Bearbeitung der Webseite am einfachsten ist. Die Bearbeitung einer Webseite, die auf einem 1&1 MyWebsite-Baukasten basiert, ist einfach schwieriger und weniger intuitiv. Die technische Funktionalität, die von Jimdo und von 1&1 geliefert wird, ist als ziemlich gleichwertig einzustufen.

Korrektorat und Lektorat Martin Rasper
Korrektorat und Lektorat Martin Rasper

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