Katja Wegener – Wandern für die Seele – Bayrische Voralpen

Ausführliche Rezension dieses Buches: Meine Familie und ich wohnt seit 2002 wieder im Münchner Raum. Wir haben so ziemlich alles Interessantes in der Nähe erwandert. Nun habe ich nach neuen Inspirationen für einfache Wanderungen gesucht, da ich über 5 Jahre keine Bergtouren mehr gemacht habe. Mit dem Buch von Katja Wegener scheine ich mich ansprechende Touren gefunden zu haben. In diesem Jahr haben wir nun schon vier von den 20 vorgestellten Touren angegangen. Unten meine Anmerkungen zu den Tourenbeschreibungen im Buch, neu sind heute Anmerkungen zu der kompletten Tour 7.

Tour 7 Teil 1: Von Wessobrunn Richtung Weghaus

Grundsätzlich steht hier bei der Tour „hier kann man das ganze Jahr gut wandern“. Bei 26 ° C in der Sonne am 02. August 2022 bin ich nur einen kleineren Teil der hier genannten 15 km gegangen und war den Tag fertig und spüre die Belastung noch am Tag danach. Wir haben am Parkplatz des Klosters Wessobrunn geparkt, da ich nicht auf dem Parkplatz eines Gasthofes parken wollte. Dadurch haben wir schon die ersten 4 Höhepunkte der Tour nicht gesehen. Selbst einen guten Blick auf das Kloster Wessobrunn hatten wir nicht mal.

Bei unserem zweiten Anlauf am 09. August sind wir vom Parkplatz des Klosters Wessbrunn Ausschilderung öffentliches WC gegangen. Dann durch die Klosterpforte in das Gelände. Interessant im Torbogen die Angaben, wie das Wessobrunner Gebet in heutigem Deutsch lautet. Nun hatten wir einen guten Blick auf Klostergebäude und grauen Herzog. Ich hatte aber Bedenken, dass dies Privatgelände ist und habe den See bzw. Brunnen und die Mariengrotte (Höhepunkt 4) nicht besucht. Dann rechts gehalten, wieder aus dem Gelände des Klosters heraus, das öffentliche Klo besucht (Kostenfrei, sauber, man kann Trinkgeld geben) und dann auf den Platz mit der Linde und dem Stein des Wessobrunner Gebets vor dem Gasthof zur Post. Den Text kann man kaum lesen, man benötigt tatsächlich eine Übersetzung ins heutige Deutsch. Dann einen kurzen Weg zum Auto zurück. Im Gasthof zur Post sind wir nicht eingekehrt.

Nur leider habe ich dann am 02. August versucht den Weg mittels Google Maps nach Weghaus zu finden. Google Maps zeigt dann zwei Wege an. Der kürzere führt über die Staatsstraße. Wir haben also den längeren Fußweg gewählt. Als erster Höhepunkt war die Tassolinde imposant und gut ausgeschildert. Dann folgten wir Google Maps Führung. Der Weg ist nämlich keinesfalls, nicht nur spärlich, ausgeschildert. Zuerst hat man einen imposanten Blick. Allerdings haben wir nicht den Ammersee und schon gar nicht den Starnberger See gesehen. Man hat allerdings guten Ausblick bis über Raisting hinaus. Als wir in den Mischwald kamen, sind wir nach Google Maps sofort auf der Schmuzerstraße gleich wieder rechts. Nach einiger Zeit hörte der Weg, wie man auch auf OpenTopoMap.org erkennen an, mitten im Wald auf. (OpenTopoMap.org haben wir nicht vor Ort auf dem Handy geladen, da das so viel Akkuladung frisst. Diese Information haben wir also erst zu Hause am Computer gefunden.) Also zurück und die Schmuzerstraße entlang. Dieser Weg ist auch auf der mickrigen Karte im Buch, nach der man sich kaum orientieren kann, eingezeichnet, da der Weg entlang eines Bächleins führt. Dann rechts in eine Straße, die durch ein Landschaftsschutzgebiet führt, eingebogen und entlang gegangen. Last not least sind wir auf der Staatstraße St 2057 angekommen (vor Erreichung von Weghaus) und haben beschlossen von hier aus direkt nach Wessobrunn zurückzukehren. An einer Scheune entlang der Staatsstraße habe ich auf meinen Mann gewartet, der den ganzen Weg bis zum Kloster Wessobrunn zurückging und mich dann mit dem Auto abholte. Die südliche Schleife der Tour, mit den Höhepunkten Zellsee, Paterzeller Eibenwald haben wir somit nicht gesehen. Für unsere Kondition und Verfassung war das ausreichend Belastung. Grundsätzlich hätte ich diesen Weg lieber als gemütliche Fahrradtour zurück gelegt. Man geht immer in der prallen Sonne, außer entlang der Schmuzerstraße, die durch Mischwald führt. Ärgerlich fand ich auch, dass man am Anfang der Tour die ganzen Höhenmeter runter geht und am Ende der Tour alles wieder rauf.

Wir haben am 09. August eine Dreiergruppe getroffen, die versuchte die komplette Tour nach dem Buch zu gehen. Die Aussage war, dass die Westumgehung des Zellsees, die in diesem Buch angegeben ist, gesperrt ist. Sie sind daher ziemlich drumherumgegangen. Die Frage war auch, ob es vielleicht eine Ostumgehung des Zellsees gibt? Mein Mann hat dies heute versucht mit OpenTopoMap zu recherchieren und er meint Nein.

Tour 7 Teil 2: Vom Paterzeller Eibenwald zum Zellsee und nach Peißenberg

Planung am 02. August 2022: Nachdem uns die mickrige Karte im Buch nicht geholfen hat und Google Maps uns in die Irre geführt hat, haben wir unsere nächste Tour mit Hilfe von OpenTopoMap.org und diesem Buch geplant. Damit wir OpenTopoMap offline nutzen können, haben wir drei Screenshots der genannten Gegend ausgedruckt. Wir planen vom Parkplatz Wanderer Eibenwald den Paterzeller Eibenwaldweg zu gehen, zum Zellsee zu queren, an diesem entlang in Richtung Süden zu gehen und eventuell in Peißenberg im Landgasthof Eibenwald einzukehren und dann zum Parkplatz zurück zu gehen. Danach werden wir in 5 min Fahrt nach Wessobrunn fahren und uns die verpassten, im Buch geschilderten Höhepunkte 1 – 4 anschauen. Vielleicht kehren wir auch erst dort im Gasthof Post in Wessobrunn ein.

Durchführung am 09. August 2022: Wir haben am Parkplatz Wanderer Eibenwald geparkt. Nun war ein Eibenweg Rundweg ausgeschildert. (Allerdings fängt dieser Weg offiziell mit der Nummer 1 an, wenn man von Landgasthof zum Eibenweg her kommt.) Da ich Schwierigkeiten mit dem Kartenlesen habe, war ich irritiert, dass der Paterzeller Eibenweg, der auf OpenTopoMap eingezeichnet ist, nicht mit diesem Rundweg übereinstimmt. Nach gewissen Anlaufschwierigkeiten haben wir den Weg zum Zellsee gefunden. Ein schöner Wanderweg! Meistens im Schatten von Bäumen. Am Zellsee angekommen, sahen wir, dass nach Norden ein Band gesperrt war, Durchgang verboten, Betriebsgelände, videoüberwacht. Dies bestätigt die Aussagen der von uns getroffen Dreiergruppe, dass eine durchgängige Westumgehung des Zellsees nicht mehr möglich ist.

Am Zellsee entlang wandernd, wieder unter Bäumen, was ein Vogelschutzgebiet ist, haben wir sehr viele Schwäne gesehen, ein paar Enten, sonst nichts besonderes. Auffallend war, dass es sehr viel Schilf gab. Vögel, die das als Lebensraum haben, die kann man ja kaum sehen. Baden möchte ich nicht in dem See, er sah mir sehr schlammig aus. Am Ende vom Zellsee, rechts gehalten und in Peißenberg im Landgasthof zum Eibenweg eingekehrt. Man hat dort auf der Terasse einen schönen Panoramablick.

Vom Landgasthof aus, ist der Weg zum Eibenrundweg ausgeschildert. Direkt am Waldanfang ist ein handbeschriebenes Schild, kein Durchgang zum Zellsee. Dies ist Unsinn. Wenn man diesen Weg entlang wandert, gelangt man problemlos an den Zellsee. Nun sind wir abgebogen und den Anfang des Eibenrundwegs gegangen und haben problemlos zu unserem Ausgangspunkt der Tour, dem Parkplatz gefunden. Auf dem Rundweg haben wir auch noch eine Blindschleiche gesehen.

Fazit: Eine schöne Tour. Wohl um die 10 km lang. Empfehlenswert. Besonders aufgefallen ist mir, dass viele Leute mit Kindern den Eibenrundweg entlang gehen.

Tour 10: Moosrundweg 1 um Kloster Benediktbeuren

Grundsätzlich möchte ich jedem, der wie ich Schwierigkeiten mit dem Kartenlesen hat, mitteilen, dass man auf dem Großparkplatz des Klosters Benediktbeuren stehend, mit Blick auf das Kloster, sich rechts zu halten hat. Ausschilderung Benediktbeurer Weg. Dann kommt man entlang der Jugendherberge an eine Weggabelung, wo man auf einer Karte bestens ausgeschilderte Wege anschauen kann. Der Weg, der in dem Buch beschrieben wird, ist Moosrundweg 1. Moosrundweg 2 ist wesentlich kürzer und wohl auch für eine Wohlfühl-Wanderung interessanter. Zu Moosrundweg 3 kann ich nichts sagen. Grundsätzlich hat mich an der Wanderung gestört, dass es eher ein Fahrradweg ist. Das erste Drittel ist ein interessanter Naturlehrpfad, der gut auf breitem Weg zu gehen ist. Das zweite Drittel ist ein manchmal schmaler Weg entlang der Loisach. Auf den Teilen geht man immer wieder im Schatten von Bäumen. Das dritte Drittel, entlang des breiten Prälatenwegs, ist eben, ohne jeglichen Schatten. Wir hatten da tolle Vogelbeobachtungen! Um die 10 Störche und zwei rote Milane. Aber – an einem heißen Tag ist das schon ein Problem durchzuhalten. Mit dem Fahrrad ist vor allem dieser Teil wohl eher ein Genuss. Eine Einkehr am Abschluss in das Klostercafé möchte ich jedem ausdrücklich empfehlen. Falls man aber großen Hunger hat, ist wohl ein Besuch der Klosterschenke ratsamer. Ganz allgemein möchte ich noch anmerken, dass das Gebiet ein Moor ist. Das hatte ich ganz vergessen, nachdem meine letzte Tour in diesem Gebiet so um die 5, 6 Jahre zurück lag und trotz der Nennung im Buch nicht berücksichtigt. Viele Schnaken und viele andere stechende Insekten versuchen somit einen als Nahrungsgrundlage zu nutzen. Aber das ist auszuhalten, finde ich. Mein Mann empfiehlt deswegen lange Hosen anzuziehen.

Tour 15: Rundtour Josefstaler Wasserfälle Nähe Schliersee

Diese Tour ist als Rundtour Wasserfälle so einigermaßen gut ausgeschildert. 1,5 h Dauer und 120 Höhenmeter dürften korrekte Angaben sein. Statt der blumigen Beschreibung wäre mir lieber als Beschreibung gewesen, dass es erst relativ steile, schmale Wege durch den Wald die Wasserfälle entlang hoch geht. Das ist circa ein Drittel oder ein Viertel des Gesamtweges. Wenn man dann, kurz nach der Brücke auf dem höchsten Punkt ist, geht es sehr gemütlich auf einem breiten Weg zurück in den Ort. Ein Highlight war das genannte Café Brunnhof am Ende der Tour. Leckerste, selbstgemachte, frische Windbeutel und Kuchen! Exzellenter Kaffee.

Tour 17: Kuhflucht Wasserfälle Nähe Farchant

Die Tour scheint mir nur zum Teil selbst begangen worden zu sein. Das Floß, das den Einstieg beim Waldlehrgang markieren soll, gibt es nicht. Daher haben wir uns dort verlaufen und sind geradeaus gegangen. Haben aber mit Hilfe eines Wald-Bauern zurück auf den Weg, am Ende des Waldlehrgangs, kurz vor der ersten Brücke gefunden und sind dann über die zweite beschriebene Brücke bei den Kuhfluchtwasserfällen noch höher gegangen. Meines Erachtens hatten wir laut unserem Höhenmesser schon 200 Höhenmeter hinter uns, dann kam ein Schild „Nur für Geübte“. Da beschloss ich mit meinem Mann umzudrehen. Daher kamen wir nicht auf den Gipfel. Zurück sind wir dann über den Waldlehrgang, da wir den ja beim Aufstieg verpasst haben. (Die Angabe für die Zeitdauer und die Höhenmeter der gesamten Tour scheinen nur für den Weg bis zur zweiten Brücke zu stimmen. Nicht, falls man bis zum Gipfel aufsteigt.)

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